Entdecken Sie, welche Dentalbohrer Zahnärzte in der täglichen Praxis am häufigsten verwenden. Vergleichen Sie Diamantschleifer, Hartmetallfräser und Finierbohrer nach Eingriff und Funktion.

Jede Zahnarztpraxis benötigt eine Grundausstattung an Rotationsinstrumenten, um Behandlungen effizient und planbar durchzuführen. Obwohl Hunderte von Formen und Größen für Dentalbohrer existieren, greifen die meisten Zahnärzte Tag für Tag auf dieselben bewährten Profile zurück. Das Verständnis dafür, welche Dentalbohrer am häufigsten verwendet werden, hilft neuen Behandlern bei der sinnvollen Ausstattung ihrer Behandlungsräume und bietet Zahnmedizinstudenten einen praktischen Leitfaden für die klinische Ausbildung.

Dieser Leitfaden stellt die meistverwendeten Dentalbohrer nach Materialtyp, Kopfform und klinischer Anwendung vor, damit Sie für jede Behandlung das richtige Instrument auswählen können.

Zwei Hauptkategorien: Diamantschleifer vs. Hartmetallfräser

Nahezu jeder Bohrer in der Instrumentenschale eines Allgemeinzahnarztes gehört zu einer von zwei Materialfamilien. Jedes Material entfernt Zahnsubstanz nach einem anderen Prinzip, wodurch bestimmt wird, wann und warum Sie sich für das eine oder andere entscheiden.

MerkmalDiamantschleiferHartmetallfräser
SchneidmechanismusAm Kopf gebundene abrasive KörnungGefräste Schneiden, die Material abscheren
Geeignet fürSchmelzreduktion, Porzellan, KronenpräparationDentinabtragung, Kavitätenpräparation, Finieren
OberflächenfinishRauer (grobe Körnungen) bis glatt (feine Körnungen)Glatte, klar definierte Ränder
Bevorzugte GeschwindigkeitHochtouriges WinkelstückHochtourig oder niedertourig, je nach Form
HaltbarkeitKörnung nutzt sich mit der Zeit ab; für einen Patienten oder begrenzte NutzungSchneiden bleiben länger scharf; Mehrfachverwendung üblich

Einen ausführlicheren Vergleich dieser beiden Materialien finden Sie in unserem vollständigen Leitfaden zu Diamantschleifern vs. Hartmetallfräsern.

Meistverwendete Diamantschleifer

Diamantschleifer dominieren alle Behandlungen, bei denen harter Zahnschmelz oder keramische Materialien durchtrennt werden. Ihre abrasive Oberfläche schleift statt zu schneiden und ist daher besonders effektiv bei spröden Strukturen. Im Folgenden finden Sie die von Zahnärzten am häufigsten verwendeten Profile von Diamantschleifern.

Runde Diamantschleifer (Serie 801)

Runde Diamantschleifer sind die erste Wahl für das initiale Eindringen in den Zahn. Zahnärzte verwenden sie, um einen Zugang durch den Zahnschmelz zu schaffen, bevor sie zur Verfeinerung auf andere Formen wechseln. Kleine Durchmesser (008–012) eignen sich gut für konservative Präparationen, während größere Köpfe (016–023) die umfangreiche Schmelzentfernung bei Vollkronen übernehmen.

Konische Diamantschleifer (Serien 850 / 856)

Der konische oder kegelförmige Diamantschleifer ist wohl das beliebteste Profil für die Kronen- und Brückenpräparation. Seine schrägen Seiten erzeugen auf natürliche Weise den Konvergenzwinkel, der für indirekte Restaurationen erforderlich ist. Varianten mit feiner Körnung dienen zusätzlich als Finierinstrumente, um Präparationswände vor der Abformung zu glätten.

Flammenförmige Diamantschleifer (Serie 862)

Flammenförmige Diamantschleifer eignen sich für die subgingivale Randbearbeitung, die interproximale Reduktion und die feine Konturierung in Bereichen, die größere Bohrer nicht erreichen. Ihre spitze Form ermöglicht einen präzisen Zugang zu engen Stellen, ohne benachbarte Zähne zu beschädigen.

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Meistverwendete Hartmetallfräser

Hartmetallfräser erzeugen sauberere Schnitte mit weniger Vibrationen als Diamantschleifer. Dadurch sind sie die bevorzugte Wahl bei Behandlungen, bei denen Randdefinition, glatte Kavitätenböden und kontrollierte Dentinabtragung besonders wichtig sind.

FG 330 – birnenförmiger Hartmetallfräser

Der FG 330 ist ein kleiner birnenförmiger (eiförmiger) Hartmetallfräser mit glattem Schnitt und einem 0.8 mm großen Kopf. Er gehört zu den beliebtesten Dentalbohrern in der restaurativen Zahnmedizin. Zahnärzte verwenden ihn für Kavitätenpräparationen der Klasse I und II; außerdem ist er das Standardinstrument für operative Eingriffe in der Kinderzahnmedizin. Sein kompakter Kopf bietet eine ausgezeichnete Sicht und Kontrolle in kleinen Kavitäten.

FG 245 – birnenförmiger Hartmetallfräser (größer)

Der FG 245 ist die größere Variante des 330. Mit einem etwas breiteren Kopf eignet er sich für mittelgroße bis große Kavitätenpräparationen an bleibenden Zähnen. Viele Behandler halten sowohl den 330 als auch den 245 den ganzen Tag über im Winkelstückblock bereit, da diese beiden Formen den Großteil der direkten restaurativen Anforderungen abdecken.

FG 557 – gerader Fissurenfräser mit Kreuzverzahnung

Der FG 557 ist ein gerader zylindrischer Hartmetallfräser mit Kreuzverzahnung und einem 1 mm großen Kopf. Er eignet sich hervorragend für das Teilen von Zähnen bei chirurgischen Extraktionen, die Entfernung alter Amalgamfüllungen und die Gestaltung flacher Kavitätenböden. Die Kreuzverzahnung erhöht die Schneidleistung und hält gleichzeitig die Wärmeentwicklung unter Kontrolle.

FG 701 / 702 – konischer Fissurenfräser mit Kreuzverzahnung

Konische Fissurenfräser der 700er-Serie sind zuverlässige Arbeitsinstrumente für die Kronenpräparation an bukkalen und lingualen Wänden. Ihre Kreuzverzahnung trägt Material aggressiv ab und verkürzt dadurch die Behandlungszeit bei Vollkronen. Sie finden diese Instrumente in nahezu jeder prothetischen und allgemeinen Zahnarztpraxis.

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Finier- und Polierbohrer

Nach dem primären Abtragen verfeinern Finierbohrer Ränder und Oberflächenstruktur. Eine gut finierte Restauration widersteht Plaqueablagerungen und ermöglicht dem Patienten einen angenehmen Biss. Zu den am häufigsten verwendeten Finierinstrumenten gehören:

  • Mehrschneidige Hartmetall-Finierbohrer (12- und 30-schneidig) – Erzeugen glasglatte Kompositoberflächen ohne übermäßige Wärmeentwicklung.
  • Feine und extrafeine Diamantschleifer – Ideal zum Glätten von Porzellan und Zahnschmelz nach grober Reduktion.
  • Weiße und grüne Schleifkörper – Montierte abrasive Spitzen zum Anpassen und Vorpolieren von Keramiken und Acrylaten.
  • Silikon-Gummipolierer – Flexible Spitzen und Kelche, die Komposit- und Keramikrestaurationen auf Hochglanz bringen.

Eine ausführliche Anleitung zur Finierphase finden Sie in unserem Artikel über Dental-Finierbohrer.

Chirurgische und spezielle Bohrer

Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen sowie Parodontologen führen für knochenbezogene Eingriffe ein separates Bohrerinventar. Zu den am häufigsten verwendeten chirurgischen Bohrern gehören:

  • Runde chirurgische Hartmetallfräser (HP 6, HP 8) – Diese für gerade Handstücke mit niedriger Drehzahl entwickelten Fräser entfernen Knochen bei Extraktionen, der Vorbereitung von Implantatstellen und Apikoektomien.
  • Lindemann-Seitenschneider – Schneiden seitlich durch Knochen zur Rinnenbildung und zum Teilen impaktierter Weisheitszähne.
  • FG-Bohrer mit chirurgischer Länge – Ausführungen mit verlängertem Schaft für Standard-FG-Formen, die bei chirurgischen Zugängen zusätzliche Reichweite bieten.

So wählen Sie den richtigen Dentalbohrer für jede Behandlung

Die Auswahl des passenden Bohrers hängt von drei Fragen zur jeweiligen Aufgabe ab:

  1. Welches Material bearbeiten Sie? Für Zahnschmelz und Porzellan eignen sich Diamantschleifer. Dentin und Komposit lassen sich besser mit Hartmetallfräsern bearbeiten.
  2. In welcher Behandlungsphase befinden Sie sich? Für den anfänglichen groben Abtrag benötigen Sie Instrumente mit grober Körnung oder Kreuzverzahnung. Finieren und Randverfeinerung erfordern Diamantschleifer mit feiner Körnung oder mehrschneidige Hartmetallfräser.
  3. Welches Winkelstück verwenden Sie? FG-Schäfte passen in hochtourige Luftturbinen. RA-(Winkel-)Schäfte passen in niedertourige Winkelstücke. HP-Schäfte passen in gerade Handstücke für Labor- und chirurgische Arbeiten.

Wenn Sie mit Schaftklassifikationen nicht vertraut sind, prüfen Sie die Kennzeichnungen auf der Verpackung Ihres Bohrers – FG, RA und HP sind die drei Standards, denen Sie am häufigsten begegnen werden.

Schnellübersicht: Meistverwendete Dentalbohrer nach Behandlung

BehandlungPrimärbohrerMaterial
KronenpräparationKonischer Diamantschleifer (850/856), konischer Fissurenfräser (701/702)Diamant + Hartmetall
Kavitätenpräparation Klasse I/IIFG 330, FG 245Hartmetall
ZahnteilungFG 557Hartmetall
Schmelzzugang / EröffnungRunder Diamantschleifer (Serie 801)Diamant
KompositfinierenFinierbohrer mit 12/30 SchneidenHartmetall
PorzellanbearbeitungFeiner Diamantschleifer, grüne SchleifkörperDiamant / Schleifmittel
Knochenabtragung / ChirurgieHP 6, HP 8, LindemannHartmetall
KinderzahnmedizinFG 330Hartmetall

Effiziente Ausstattung des Behandlungsraums

Anstatt Dutzende selten verwendete Profile zu kaufen, empfehlen erfahrene Zahnärzte, die Instrumentenschale auf Grundlage der oben aufgeführten Bohrer schlank auszustatten. Ein praktisches Starterset für die allgemeine Zahnmedizin umfasst typischerweise:

  • 3–4 Formen von Diamantschleifern in groben und feinen Körnungen (rund, konisch, flammenförmig)
  • Birnenförmige Hartmetallfräser FG 330 und FG 245
  • Gerader Fissurenfräser FG 557 mit Kreuzverzahnung
  • Konischer Fissurenfräser FG 701 mit Kreuzverzahnung
  • Ein Set aus Finierbohrern mit 12 und 30 Schneiden
  • Gummipolierpunkte für Komposit und Keramik

Dieses gezielte Inventar deckt den überwiegenden Teil der restaurativen, prothetischen und kleineren chirurgischen Behandlungen ab, denen Sie im Praxisalltag begegnen. Wenn sich Ihr Behandlungsspektrum weiterentwickelt, können Sie spezielle Formen ergänzen, ohne Ihr gesamtes System neu aufbauen zu müssen.

Wenn Sie wissen, wofür jeder Bohrer am besten geeignet ist, und eine gut organisierte Auswahl griffbereit halten, arbeiten Sie schneller, erzielen bessere Ränder und verkürzen die Behandlungszeit bei jedem Termin in Ihrem Kalender.

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